Schein-Gründe gegen Psychologie für IT, Usability und User-Experience

Scheingründe gegen Usability, User Experience und SoftwarepsychologieWissen ist die Basis für Fortschritt. Das gilt auch für die Erfahrung mit Psychologie in IT. Wem diese für Usability und User-Experience fehlt, bedient sich auch gern einem der folgenden „Argumente“. Ergänzend zeigen wir Ihnen auch unsere praxisnahe Sicht darauf.

„Psychologie, Usability und User-Experience verlängern die Entwicklung.“

Dieses Argument basiert auf der Logik, dass ergänzendes Know-how wie Psychologie für Usability und User-Experience Raum und damit Zeit einnimmt. Kein Leiter chemischer Prozesse verzichtet mit diesem Argument auf einen Katalysator. Schließlich nehmen auch Katalysatoren Raum im Reagenzglas der Industrie ein.

„Usability machen wir seit 30 Jahren.“

Hätten Sie sich mit der Psychologie hinter Usability und User-Experience beschäftigt, wären Sie heute schon 30 Jahre weiter als der Markt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie nicht nur Anforderungen oder User-Interfaces kritisieren, sondern auch neue oder alternative Lösungen gestalten und dessen Nutzwert bestimmen.

„Usability und UX lassen sich nicht als weiteren Punkt auf die Feature-Liste packen.“

Stimmt nicht, denn wie oft haben wir bereits in Spezifikationen Anforderungen lesen dürfen wie: Das System ist einfach zu bedienen. Das System macht Spaß. Doch das hilft weder Ihnen noch Ihren Kunden wirklich weiter…

Mit Erfahrung und Geschick macht ingenieur-psychologisches User-Research die weichen Faktoren des Produkterfolges sichtbar. Die gewonnenen Erkenntnisse und Kreativität verändern die Entwicklung von Anforderungen, Feature-Listen und User-Interface Designs.

„Psychologie stört die Strategie und diese ist Chefsache.“

Ziel der Ingenieurpsychologie ist es, das komplexe Wechselspiel zwischen User, Software-Produkt und der Nutzungssituation zu verstehen. Dabei fördern wir natürlich Wissen zu Tage, das auch auf eine Strategie einwirkt. Strategen wissen die gewonnenen Erkenntnisse und unsere darauf basierenden Vorschläge für ihr Unternehmen zu schätzen.

„Für einfache Produkte sorgen unsere Grafikdesigner.“

Unsere Erfahrung zeigt, das Grafikdesigner eine andere Qualifikation haben als Psychologen und Interaktionsdesigner. Das führt zu User-Interfaces, die sich klar in ihrer Bedienqualität unterscheiden. Lassen Sie Ihre User ruhig mal vergleichen. Oder messen Sie wie viel mehr Kunden aufgrund einer Empfehlung zu Ihnen kommen.

„Usability machen unsere User-Interface Entwickler mit.“

Wie hoch ist die Frustration Ihrer Interface-Entwickler aus der IT darüber, dass viele Menschen etwas an ihren Bedienoberflächen auszusetzen haben? Fertig geglaubte Aufgaben, die zurück kommen, machen Menschen lustlos. Das gilt auch für Entwickler. Dies ist ein Grund dafür, warum sie mit Argumenten wie – das geht technisch nicht – wiederholte Änderungen am User-Interface vermeiden.

Ein weiterer Grund ist ihre IT-Expertise. Entwickler sind sehr gut darin stabile und performante Systeme zu erzeugen. Dieses Know-how qualifiziert sie jedoch nicht für die Gestaltung user-orientierter Interfaces.

„Usability funktioniert für unser Produkt nicht, weil unsere Kunden zu unterschiedlich sind.“

Ein zentraler Leitspruch der Usability lautet „One Design doesn’t fit all“. Also sucht unser User-Research nach den Gemeinsamkeiten der meisten Anwender. Sind diese bekannt und wurden die Business-Cases dafür betrachtet, stehen dem passenden User-Interface Design alle Türen offen.

Das Marketing zeigt uns seit Jahrzehnten, dass zielgruppen-orientierte Werbung funktioniert. Wir kennen niemanden, der die Wirkung von Werbung im Allgemeinen anzweifelt. Anwender fühlen sich von den user-zentrierten Produkten und User-Interfaces angesprochen, die wir mitgestaltet haben.

„Wir waren bisher auch ohne User-Experience erfolgreich.“

Scheinbar haben Sie in der Vergangenheit alles richtig gemacht. Bitte forschen Sie nach ob Ihre Konkurrenz die User-Experience (UX) noch nicht für sich entdeckt hat. Sollten Sie dabei feststellen, dass Sie sich unbewusst auf Ihren Lorbeeren ausruhten, so wären Sie nicht die ersten. Von Anti-Viren Programmen über ERP-Systeme bis Zoll-Software – uns ist keine Branche bekannt, in der Usability oder UX nicht Thema ist.

„An der Usability arbeiten wir ab der nächsten Version.“

Dies war eines der ersten Argumente gegen Usability. Heutzutage gibt es keine nächste Version von Produkten mit mangelnder Gebrauchstauglichkeit. Die Hersteller verdienen einfach nicht genügend Geld mit der ersten Version, weil der Markt sie nicht annimmt.

Ohne ein Vorgehen, das die User einbindet, folgt Ihre Entwicklung

  • den internen Bestätigungen der überzeugten Kollegen. Inwieweit diese dem Urteil des Marktes entsprechen, wird erst durch Anwender ersichtlich.
  • dem lautesten Kunden. Sie verleihen ihren Anforderungen den meisten Nachdruck. Stillschweigend wird davon ausgegangen, dass auch die anderen Kunden dieselben Anforderungen haben.
  • dem schönsten Grafikdesign. Doch die Anwender empfehlen eine hübsche Verpackung allein nicht weiter.

Mit jedem der drei Wege entwickeln IT-Hersteller an den prototypischen Usern vorbei.

Immer mehr Hersteller ergänzen Qualitätsmerkmale wie „Stabilität und Performance“ in der neuen Generation ihrer Produkte um verständliche User-Interfaces.

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