Loss Aversion im User Interface Design

Loss Aversion im User Interface DesignWarum Sie Loss Aversion bei der Entwicklung Ihrer Software und User Interfaces berücksichtigen sollten.

Lange Zeit galt der Mensch in den Augen der Wissenschaft als hundertprozentig rational. Diese Ansicht hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Das Bild vom Homo Oeconomicus ist zwar einfach, aber eben auch falsch. Für diese Forschung, veröffentlicht als „Prospect Theory“, erhielt Daniel Kahnemann 2002 sogar den Nobelpreis.

Die Bedeutung von Verlusten

Ein eindrucksvolles Beispiel aus der Prospect Theory ist die besondere Abneigung gegenüber Verlusten, im Englischen als Loss Aversion bezeichnet. So konnte gezeigt werden, dass der Verlust von 100 Euro einen doppelt so starken Effekt auf uns hat, wie der Gewinn des selben Betrages. Im Resultat vermeiden wir viele Situationen, die Verluste bedeuten könnten. Auch wenn sich das Risiko einzugehen eigentlich lohnen würde.

Loss Aversion in der Softwarenutzung

Der oben beschriebene Effekt beschränkt sich selbstverständlich nicht auf den Umgang mit Geld. Alles was einen Nutzen für uns hat, also auch Zeit oder Produktivität sind hiervon betroffen. Auf diese Weise wird schnell klar, dass bei der Arbeit mit Software täglich Entscheidungen gefällt werden, die von diesem Ungleichgewicht betroffen sind. Wie können Sie als Entwickler dem nun vorbeugen? Wir sehen hierfür zwei Hauptansätze:

Kennen Sie die Befürchtungen Ihrer Anwender

Ein wichtiger Teil einer Persona sind die enthaltenen Einstellungen und Befürchtungen Ihrer Anwender. Auf eben jene allgemeinen Befürchtungen sollten Sie besonderes Augenmerk legen. Das könnte beispielsweise die Angst vor unnötigen Arbeitsunterbrechungen sein. Aus der Loss Aversion folgt nun, dass es wichtiger ist, diese möglichen Verluste zu verhindern. Wenn Sie diese konsequent vermeiden, gewinnen Sie mehr als mit der Erfüllung aller Kundenwünsche.

Anwendung im User-Interface-Design

Neben diesen allgemeinen Produktanforderungen gibt es aber auch noch konkretere Anwendungsfälle für Sie. Die Nutzung eines User-Interfaces besteht aus vielen kleinen Entscheidungen. Jeder Klick kann auch eine ungewünschte Aktion auslösen. Im schlimmsten Fall lässt sich diese nicht mehr rückgängig machen.

Loss Aversion begegnen können

Um herauszufinden wo hier die kritischen Stellen sind, lohnt es sich mit einem User-Test genau hinzuhören. Hier haben Sie die Möglichkeit die Unklarheiten der Anwender zu erfahren. Eine Aussage Ihrer User wie „Ob das der richtige Button ist? Am Ende sind wieder alle meine Eingaben verloren.“ drückt genau das aus. Hier sollten Sie beim Design gegensteuern und im Zweifelsfall eben auch kommunizieren, was eine Funktion nicht tut. Dann fühlen sich Ihre Anwender sicher und können vom positiven Nutzen Ihrer Software profitieren.

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