Eine Vision bringt einen Scope auf den Punkt

Product Vision vs. ScopeWarum eine Unterscheidung zwischen Scope und Vision in der Produktentwicklung sinnvoll ist.

Kommen Ihnen unangenehme Diskussionen mit Kunden zum Projektabschluss bekannt vor? Aus Sicht des IT-Herstellers ist der Leistungsumfang erbracht, doch der Kunde fordert Nacharbeiten. Nicht selten kommen derartige Widersprüche aus heiterem Himmel.

Wer diese Diskussionen in seinem Angebot vorausschauend einpreist, hat für das Projekt keinen finanziellen Schaden. Doch die eigene Wettbewerbsfähigkeit leidet allemal gegenüber IT-Herstellern, die Nacharbeiten vermeiden können und somit preiswerter sind.

Erwartungsmanagement mit Produktscope

Mit einem Produktscope sind Nacharbeiten auf eigene Kosten zu vermeiden. In ihm vereinbaren die Projektpartner die Ziele der Produktentwicklung. Hieraus ergeben sich zwei Konsequenzen für den IT-Hersteller:

  • Ressourcenschonung: Alle Produktanforderungen, die nicht zu den Zielen des Scopes passen, werden in der Entwicklung nicht berücksichtigt.
  • Budgeterweiterung: Wünscht der Auftraggeber Produktanforderungen, die nicht zum vereinbarten Scope passen, kann er entscheiden, ob ihm diese weitere Ausgaben wert sind. In der Fachsprache heißt das Change Request.

Grenzen jedes Produktscopes

Mit dem Scope können Sie die Erwartungen Ihrer Auftraggeber managen. Doch leider taugt er kaum für die herstellerinterne, verbale Kommunikation zur Motivation aller Beteiligten.

Zumeist ist er mindestens eine A4-Seite lang und lässt sich nicht einfach merken. Das führt dazu, dass Sie und Ihre Kollegen sich an unterschiedliche Teile des Produktscopes erinnern können. Ihre Erinnerung nutzen Sie aktiv in Diskussionen mit anderen und für Ihre Entscheidungen. Stolpersteine im Team sind unumgänglich.

Ihr Ausweg ist die unterschiedliche Nutzung von Produktscope und Produktvision.

Vom Scope zur Vision

Die Begriffe Produktscope und Produktvision werden gern Synonym verwendet. Dabei legen die Begriffe schon Unterschiede nahe. Scope lässt sich aus dem Englischen mit Umfang oder Bereich übersetzen. Vision hingegen steht für Weitblick und Vorstellung.

Die Produktvision für agile Entwicklung

Auch unabhängig von der begrifflichen Haarspalterei ist die anderweitige Verwendung einer Produktvision naheliegend. In unseren Projekten dient sie als Zusammenfassung des Produktscopes.

Eine Vision beschreibt kurz und knapp, in natürlichen, für jeden Projektbeteiligten verständlichen Worten das Ziel, die Zielgruppe, das Alleinstellungsmerkmal und den Nutzen eines Produktes. Kurz und knapp bedeutet in zwei bis maximal vier Zeilen.

Durch ihre Kürze können Sie sich eine Vision deutlich leichter merken als alle Inhalte des dazugehörigen Scopes. Als Ergebnis treffen Sie und Ihre Kollegen mehr und leichter richtige Entscheidungen zu den Anforderungen.

Fazit

Nutzen Sie eine Produktvision als einfach kommunizierbare Zusammenfassung des Produktscopes. Durch die leichte Handhabbarkeit einer kurzen Vision zitieren Ihre Kollegen sie häufiger als den umfangreichen Scope. Das wiederholte Zitieren der Vision führt dazu, dass auch beim letzten Kollegen das große Ziel ankommt.

Als Nebeneffekt leben Sie mit der Unterscheidung zwischen Scope und Vision automatisch den ersten Grundgedanken der agilen Software-Entwicklung:

  • Menschen und Interaktionen sind wichtiger als Prozesse und Werkzeuge.

Was halten Sie von der Unterscheidung zwischen Scope und Vision? Hinterlassen Sie mir bitte Ihren Kommentar!

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