10 Gründe, warum eine Produktpräsentation kein Usabilitytest ist

Usability Test vs. PraesentationWarum Ihr Umsatz mehr vom Usabilitytest als von Ihrer Präsentation abhängt.

Regelmäßig treffe ich auf die 60% der deutschen Software-Hersteller, die Usability zur Unternehmensstrategie erklärt haben. Gehören Sie auch dazu? Arbeiten auch Sie an Ihrem neuen Produkt, das besser werden soll als die Vorgängerversion?

Viele dieser Unternehmen glauben, dass die Vorstellung ihrer Software bei Kunden dasselbe wäre wie ein Usabilitytest. Diese Hersteller verkennen, das die Präsentation eines Entwicklungsstandes kein Usabilitytest ist.

Im Folgenden finden Sie 10 Gründe dafür samt ihrer Folgen. Bevor ich darauf eingehe, warum Usabilitytests Ihre Umsätze steigern, beginne ich damit, warum Produktpräsentationen Ihre Entwicklung unnötig teuer machen:

Präsentieren bedeutet weniger beobachten als im Usabilitytest

Wer präsentiert, kann nur schwer zuhören. Das gilt auch für jede Vorstellung während der Weiterentwicklung Ihres Produktes. Die Ursache liegt in der Erwartung, die mit der Rolle an Sie als Präsentator einhergeht. Von Ihnen wird ein verständliches und kompaktes Bild zum Nutzen Ihrer Software erwartet.

Präsentieren bedeutet weniger interviewen als im Usabilitytest

Wer präsentiert, verteidigt seine Ausführungen. Auch dieser Aspekt ist Ihrer Rolle als Präsentator geschuldet. Von Ihnen wird erwartet, dass Sie Ihre Zuhörer überzeugen. Klassisch erfolgt dies durch den Glauben an die richtigen Argumente. Doch wissen Sie, wie stark Ihr Produkt von sich aus Ihre User überzeugt?

Präsentieren bedeutet weniger dokumentieren als im Usabilitytest

Wer präsentiert, merkt sich schlecht Einwände und Fragen. Das liegt daran, dass Ihre Rolle als Präsentator nicht vorwiegend das Mitschreiben der Anmerkungen seitens der User ist. Als aufmerksamer Präsentator merken Sie sich auch mal schwerwiegendes Feedback, doch kleine Irritationen, die scheinbar leicht zu erklären sind, fallen aus dieser Rolle heraus fast nie auf und sorgen später für den größten Teil der Nacharbeiten.

Präsentieren bedeutet weniger vergleichen als mit einem Usabilitytest

Wer präsentiert, entscheidet auf Basis psychologischer Effekte wie dem Halo-Effekt oder dem Bestätigungsfehler. Unbewusst messen Sie Einzelurteilen seitens der User mehr Gewicht bei als der Realität. Eine systematische Dokumentation zu den Bedienhürden ermöglicht Ihnen Vergleichbarkeit, vermeidet Fehlentscheidungen und schont die Entwicklungskosten.

Präsentieren bedeutet weniger lernen als im Usabilitytest

Wer präsentiert, lässt kaum Fehlbedienungen zu und vergibt sich die Chance zu lernen. Nur indem Sie Fehlbedienungen systematisch beobachten, die Gründe erfragen, dokumentieren und daraufhin priorisieren, können Sie bessere Lösungen für Ihre Software ersinnen als der Markt bereit hält.

Das senkt nicht nur Ihre Aufwände und Kosten für Nacharbeiten, die sonst mit der Markteinführung kämen, sondern steigert auch Ihren Umsatz. Wie das geht, zeige ich Ihnen im Folgenden.

Im Gegensatz zu einer Präsentation sind die User im Usabilitytest aktiv

Präsentationen erzählen schlüssige Geschichten. Das gilt auch für Ihre Vorstellung der Funktionen samt des User Interfaces. Ihre Kunden achten dabei mehr auf das Ziel, die nützlichen Funktionen, als auf den Weg, also die Usability. Deswegen erscheint ihnen im Nachhinein auch alles plausibel und sinnvolle Anregungen zu besserer Usability bleiben aus.

Im Gegensatz zu einer Präsentation haben die User im Usabilitytest Zeit zur Reflexion

Präsentationen reduzieren das Mitdenken der Zuhörer. Grund hierfür ist, dass den Usern beim Zuhören kaum Zeit bleibt, sich über ihre Erwartungen an den jeweils nächsten Bedienschritt mit Ihrer Software klar zu werden. Mangels eigener Bedienerwartungen fördert erst der Praxiseinsatz die Usabilityprobleme zu Tage. Sollte der Praxiseinsatz bereits der Betrieb sein, trägt der Frust der User nicht zur Weiterempfehlung Ihrer Software bei.

Im Gegensatz zu einer Präsentation können sich die User in einen Usabilitytest einbringen

Präsentationen fördern den User nicht sich aktiv einzubringen. User werden nicht animiert Probleme genauer zu beschreiben oder gar mögliche Lösungen zu skizzieren. Aus dieser Sicht sind Usabilitytests nicht nur nützlicher für Sie, sondern die eigene Aktivität macht den Teilnehmern auch mehr Spaß.

Im Gegensatz zu einer Präsentation bindet ein Usabilitytest die User stärker

Präsentationen wirken wie Werbung. Ein guter Usabilitytest hingegen ist eine Erfahrung, die User aktiv sammeln. Sie lernen deutlich mehr über Ihre Software als durch eine Präsentation. Der Wissensvorsprung Ihrer Kunden zu Ihrem System wirkt sich auf die Kaufentscheidung aus und kommt Ihrem Umsatz zugute.

Ein Usabilitytest steigert den Wert Ihrer Software mehrfach

Nach dem psychologischen Phänomen der Aufwandsbegründung messen Menschen dem Gut mehr Wert bei, in das sie ihre Kraft und Zeit investierten. Das gilt auch für Ihre Software, die mittels Usabilitytest mehr Aktivität seitens Ihrer Kunden fordert als Ihre Präsentation.

Die aktive Beteiligung Ihrer Kunden und User mittels Usabilitytest ist also Ihr Umsatztreiber. Ein Usabilitytest wirkt außerdem Ihrer Betriebsblindheit frühzeitig entgegen und reduziert so spätere Änderungskosten für das User Interface Design Ihrer profitablen Software.

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