Denken Sie richtig für Ihr überzeugendes User Experience Design?

Rational-heuristisches User Experience DesignWie Sie die Ideen finden, die für eine erfreuliche User Experience sorgen.

Täglich strömen Unmengen an Informationen auf uns ein. Von diesen Informationen hängen auch unsere Entscheidungen zum User Experience (UX) Design für eine erfolgreiche Software ab. Wie behalten Sie den Überblick und wie sind Fehlentscheidungen zu vermeiden? Nachfolgend zeige ich Ihnen, wie Sie eine hohe Usability erzielen und die Umsatzerwartungen für Ihr Produkt übertreffen.

Richtig Entscheiden für hohe User Experience

Fangen wir zur Einstimmung in das Thema mit ein paar Aufgaben an, die ich Sie bitte erst zu lösen. Sie stehen stellvertretend für Ihre User Experience Entscheidungen mit ähnlichem Schwierigkeitsgrad. Anschließend zeige ich Ihnen eine passende Strategie für Ihr UX Design auf.

  1. Ein Schläger und ein Ball kosten 1,10 Dollar. Der Schläger kostet einen Dollar mehr als der Ball. Wie viel kostet der Ball?
  2. Wenn 5 Maschinen 5 Minuten brauchen, um 5 Geräte herzustellen, wie lange brauchen dann 100 Maschinen, um 100 Geräte herzustellen?
  3. In einem See breitet sich ein kleines Feld von Seerosen aus. Jeden Tag verdoppelt sich die Größe des Feldes. Wenn es 48 Tage dauert, bis die Seerosen den ganzen See bedecken, wie lange dauert es dann, bis sie die Hälfte des Sees bedecken?

Die obigen Aufgaben stammen aus dem Cognitive Reflection Test (CRT). Alle Aufgaben des CRT sind darauf ausgelegt, seinem Bearbeiter vermeintlich plausible Lösungen nahe zu legen. Mit ihm wird ermittelt, wie anfällig eine Person für kognitive Fehler bei ihren Entscheidungen ist.

Wer alle Ergebnisse richtig hat (Aufgabe 1: 0,05 Dollar, Aufgabe 2: 5 Minuten, Aufgabe 3: 47 Tage), widersteht dem ersten spontanen Lösungsgedanken und überprüft ihn. Diese erste Lösungsidee basiert auf dem schnellen, aber auch fehleranfälligen, heuristischen Denken jedes Menschen.

Was hat das jetzt mit Ihrem User Experience Design zu tun?

Die Verlockung voreilige Schlüsse zu ziehen, wartet auf uns auch im User Experience Design. Mit Artikeln wie den folgenden haben wir bereits versucht, Sie für die Eigenarten der menschlichen Denkheuristiken zu sensibilisieren:

  1. Wie der HALO-Effekt Ihr Requirements Engineering beeinflusst
  2. Vom Primacy- und Recency Effekt im User Research
  3. Bestätigungsfehler – Ignorieren und Weitermachen

Wer seine heuristischen Annahmen überprüft, trifft überlegene UX Entscheidungen Tweet: Wer seine heuristischen Annahmen überprüft, trifft überlegene #UX Entscheidungen

Shane Frederick hat 2005 gezeigt, dass die Anzahl der Fehler im CRT mit der Güte der realen Entscheidungen zusammenhängt. Das heißt übertragen auf den User Experience Bereich: wer alle CRT Aufgaben gelöst hat, trifft die besten Entscheidungen in Sinne der Anwender. Das kostet jedoch Zeit, weil Sie in diesem Fall das fehleranfällige heuristische Denken bewusst durch das rationale Denken ersetzen.

Dem gegenüber stehen geringe CRT Werte. Die falschen Lösungen im Test stehen für Fehler durch fehlende kognitive Reflektion. Diese Arbeitsweise ist sehr schnell und führt zu den unbekannten Fehlannahmen, welche die Software Entwicklung stillschweigend begleiten. Das hat hohe Änderungskosten zur Folge.

Das User Experience Design Dilemma

Sie wollen weder rationale Entschleunigungen noch heuristische Fehlentscheidungen beim User Interface Design. Wie gehen Sie also mit dieser Zwickmühle um?

Das natürliche UX Vorgehen

Nach meiner Erfahrung gehören die rationale Analyse und das heuristische UX Design ganz eng zusammen. Beide Tätigkeiten müssen wie unser Denken alternieren. Alternieren bezeichnet in der Psychologie die häufig wiederkehrenden Denkwechsel zwischen den verschiedenen Sichtweisen auf ein und dasselbe Problem. (Falls Sie jetzt an Agil denken: Ich benutze mit Absicht nicht den Begriff agil, weil ich mit alternierend ein deutlich höheres Tempo verbinde.)

Rational-heuristisches User Experience Design

Losgelöst vom psychologischen Terminus heißt das, dass der Nutzungskontext rational zu analysieren ist. Darauf aufbauend ist das Design heuristisch zu gestalten und anschließend rational zu überprüfen. Die entdeckten Bedienprobleme sind wiederum heuristisch zu lösen, womit wir wieder beim (Re-) Design des User Interface Prototypen weitermachen.

Rational-heuristisches User Experience Design

Für eine überzeugende User Experience erfolgt der Wechsel zwischen rationaler Analyse und heuristischer Kreativität solange bis die gewünschte Bedienqualität erreicht ist. Dieses Vorgehen während einer agilen Konzeptionsphase entspricht der natürlichen Art von uns Menschen, wie wir Probleme lösen.

Rational-Heuristisches User Experience Design

An dieser Stelle meine ich Sie denken zu hören, was viele unserer potentiellen Kunden befürchten: „Die dafür notwendigen Methoden kosten viel zu viel Zeit.“ Kunden, die uns auf die Probe stellten, wissen, dass das nicht stimmt. Die Zeit, die Sie jedes Mal investieren um Ihr Ziel eines ansprechendes User Interfaces zu erreichen, wird mit den richtigen Methoden deutlich effizienter genutzt.

Psychologische Methoden, die auf das alternierende Denken der Menschen ausgelegt sind, bringen Ihnen sofort hochwertige Ergebnisse. Außerdem sparen unsere Kunden sogar noch Zeit mit diesen Methoden, sobald sie etwas Routine in ihrer Anwendung entwickelt haben. Probieren Sie es einfach aus. Viele Methoden finden Sie kostenfrei in unserem Blog!

Am Ende bleibt nur eine Frage: Würden Sie für die schnellere Konzeption ansprechender User Interfaces Ihre Gewohnheiten ändern?

Was denken Sie nach dem Lesen dieses Artikels? Bitte teilen Sie Ihre Gedanken mit uns und hinterlassen Sie unten einen Kommentar!

Quellen

Shane Frederick (2005). Cognitive Reflection and Decision Making. Journal of Economic Perspectives. Vol 19, Nr. 4, Seite 25-42.

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