Innovation braucht Usability Engineering

Innovation braucht Usability EngineeringWarum Sie mit Usability Engineering mehr Innovation fördern.

Der zukünftige Erfolg jedes Unternehmens hängt von seiner Innovationskraft ab. Das wissen die meisten IT-Hersteller. Doch wussten Sie auch, dass das Thema Innovation eng mit der Usability verbunden ist?

Wie Usability Engineering und der kreative Prozess für steigende Innovation ineinander greifen, erfahren Sie im Folgenden.

Kontextwissen ist Voraussetzung für Innovation

Als Leser unseres Blog wissen Sie bereits um die Phasen jedes kreativen Prozesses. Hierbei genießt die Vorbereitung eine entscheidende Stellung.

Im Sinne des Usability Engineerings ist User Research der erste Schritt im kreativen Prozess, um neuartige Anforderungsideen zu gestalten. Hierbei kommen Methoden von der Analyse des Nutzungskontextes bis hin zur Evaluation bestehender User Interface Designs zum Einsatz.

Die anschließende Auswertung der systematisch gesammelten Daten liefert drei Arten von Informationen.

  1. Für welche Tätigkeitsbereiche der User werden Produktanforderungen benötigt?
  2. Welche Probleme sind typisch für den Tätigkeitsbereich und können mit ihrer Lösung einen Nutzen stiften, den die User und Kunden als innovativ erleben?
  3. Welche Probleme haben die User bei der Bedienung des Produktes oder dessen Prototypen?

Lassen Sie uns diese drei Punkte an der Schnittstelle von Usability Engineering und Innovation Engineering genauer betrachten.

Innovative Ideen sind nur für bestimmte Ziele nützlich

Die detaillierte Kenntnis des Tätigkeitsbereiches im Sinne von Punkt 1 ist wichtig, um das kreative Denken der Beteiligten zu fördern. Nichts ist schwerer als vor einem weißen Blatt Papier zu sitzen und ohne weitere Instruktion kreativ sein zu müssen.

Was wir Menschen für unsere Kreativität brauchen, ist mindestens ein Ziel. Das Wissen um den Tätigkeitsbereich beinhaltet auch die Ziele der User. Je konkreter Ihr Bild von den Zielen der späteren Nutzer ist, desto leichter fällt Ihnen die Generierung neuer Anforderungen.

Darüber hinaus hilft Ihnen das konkrete Wissen um die Ziele der User dabei, Ihre Anforderungsideen besser auf den Nutzungskontext zu fokussieren. So setzten Sie Ihre wertvollen Ressourcen in der Umsetzung nur für Funktionen ein, die Ihre User auch erwarten oder positiv überraschen.

Innovative Ideen verstecken sich zwischen unzähligen Blindgängern

Leider hat jeder Mensch in einer vertretbaren Zeit nur eine begrenzte Menge neuer Ideen. Zwischen 70 Prozent und 99 Prozent der neuen Ideen sind nicht zu gebrauchen.

Um dennoch viele gute Anforderungsideen für die Umsetzung zu haben, empfiehlt es sich mehrere Kollegen an der Ideengenerierung zu beteiligen. Die strukturierten Analyseergebnisse zum Nutzungskontext samt der Nutzerziele lassen sich hierfür deutlich einfacher weitergeben als die jahrzehntelange Erfahrung im Kopf eines Kollegen.

Mit dem geteilten Kontextwissen kreieren alle Beteiligen neue Ideen in dieselbe Richtung. Diese Ideen sind automatisch deutlich näher am Anwender, was etwaige Misserfolge reduziert.

Innovative Problemlösungen stiften Nutzen

Kreativität setzt jedoch nicht nur ein Ziel voraus. Sie zeigt sich auch erst, wenn mindestens ein Problem zu lösen ist. Damit widme ich mich nun den zuvor genannten Punkten 2 und 3.

Grundlegend ist festzuhalten, das ein gelöstes Problem all jenen einen Nutzen verschafft, die es haben. Der Nutzen ist dabei um so größer für die User, je größer ihr Problem war.

Diese Aussage möchte ich jedoch weiter differenzieren um Ihnen die dahinterliegenden Gedanken näher bringen zu können.

Kundenprobleme vs. Bedienprobleme

Die Lösung eines Tätigkeitsproblems mittels Technik (Punkt 2) nutzt den Kunden und Usern. Dafür sind sie bereit Geld zu investieren. Die Lösung eines Bedienproblems (Punkt 3) hingegen nutzt den Anwendern nur indirekt.

Bedienprobleme können Sie als zusätzliche Kosten während der Anwendung eines Produktes und dessen Nutzen verstehen. Je höher die Bedienaufwände sind, desto mehr schmälert das die Freude am (Be-) Nutzen eines Produktes. Übersteigen die Bedienprobleme gar den Nutzen, fällt das Produkt in der Gunst der User durch.

Die problemlose Bedienung bzw. hohe Usability eines Produktes ist also ein Hygienefaktor. Dieser sorgt nicht für Zufriedenheit, aber er vermeidet Unzufriedenheit.

Für Ihr Geschäft bedeutet dies, dass Ihre Kunden für Produkte zahlen, die ihre Probleme lösen. Das die Lösung selbst dabei keine Probleme machen darf, versteht sich von selbst. Nur solange Ihre Konkurrenten noch Produkte mit schlechter Usability anbieten, zahlen Ihre Kunden gern für einfach bedienbare Innovation.

Vorwegnehmende Annahmen vs. faktenbasiertes Lernen

Mir ist wichtig, dass Sie auch die Tücken auf dem Weg zu Ihrer Innovation erkennen. Daher möchte ich an dieser Stelle noch kurz vor den Gefahren bei der Datensammlung warnen!

Regelmäßig erlebe ich IT-Hersteller, die sich unbewusst auf ihre jahrzehntelange Erfahrung verlassen und so ihr eigenes Lernen behindern. Beispielsweise beenden sie gern die Sätze ihrer Kunden, während diese noch nach den richtigen Worten suchten. Diese gut gemeinte Hilfe öffnet den sogenannten kognitiven Fehlern Tür und Tor. Annahmen und Fehlentwicklungen sind die Folge.

Schauen Sie bitte genauer hin! Sammeln Sie strukturiert Fakten. Aggregieren Sie diese systematisch und treffen Sie erst danach Ihre Schlussfolgerungen. Kreativität, die auf Annahmen basiert, führt zu weiteren Problemen. Setzt Ihre Kreativität jedoch auf Fakten aus dem Mund der User auf, macht sich Ihre Innovation bezahlt.

Außerdem sortieren Sie anhand von Fakten wie den Urteilen der Anwender seltener Ideen eigenmächtig aus, die später unerwartet erfolgreich werden.

Usability Engineering fördert Kreativität und Innovation Tweet: Usability Engineering fördert Kreativität und Innovation

Wie Sie gesehen haben, setzt Innovation ein intensives Einarbeiten in das Thema voraus. Die Analysephase im Usability Engineering widmet sich den Zielen und Problemen Ihrer Kunden und User im Detail. Was Sie aus den konkreten Analyseergebnissen lernen, fördert Ihre Kreativität. Mit diesem konkreten Kontextwissen im Kopf sind Sie einer innovativen Lösungen samt neuer Killerfeatures deutlich näher.

 

Quellen

INNOVATIONSFORSCHUNG 2009/2010. SIND KRISENZEITEN INNOVATIONSZEITEN? INSTITUT FÜR ANGEWANDTE INNOVATIONSFORSCHUNG E.V.

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