Designanforderungen – 5 Denkweisen zur Vorhersage der Nutzererwartungen

Die Erwartungen der User prägen die DesignanforderungenWie Sie die Erwartungen Ihrer User an Ihr Produkt vorhersagen können und für Ihre Designanforderungen nutzen.

Das Geheimnis erfolgreicher Produkte liegt darin, dass sie die Erwartungen der User erfüllen oder gar übererfüllen. Aus dieser Perspektive ist Erwartungsmanagement die Hauptaufgabe des User Experience Designs.

Wer über diese Sicht nachdenkt, stößt unweigerlich auf die Frage, wie die Erwartungen der Anwender vorherzusagen sind. Denn nur bekannte Erwartungen können vom Produktdesign erfüllt werden.

Gewohnheiten automatisieren menschliches Handeln

An dieser Stelle kommen die Gewohnheiten der Menschen ins Spiel. Sie verhelfen uns zu einem Leben, das weitgehend auf automatisierten Handlungen beruht. Damit meine ich, dass wir viele Dinge unseres Lebens nicht mehr planen müssen, weil sie wie das tägliche Zähneputzen zu einem festen Ritual gehören. Sie sind fest verankerte Verhaltensabläufe.

Wer schon einmal probiert hat, sich einer schlechten Angewohnheit zu entledigen, der weiß, wie schwer das ist. Wir sehen, Angewohnheit sind zeitlich stabil und lassen sich nur unter Anstrengung ablegen.

Was Gewohnheiten prägt, ist die Basis für Designanforderungen

Die Gründe für die menschlichen Gewohnheiten sind für Ihre Produktentwicklung sehr praktisch. Auf ihrem Fundament lassen sich stabile Anforderungen an das Produkt und sein User Interface entwickeln, die zu den Erwartungen und dem Verhalten Ihrer User passen.

Die Gewohnheiten Ihrer User sind nicht zufällig stabil, sondern werden durch vier Faktoren geprägt. Diese empfehle ich Ihnen für stabile Designanforderungen und betrachten wir nachfolgend. Des Weiteren betrachten wir ein Merkmal, dem erfolgreiche Produkte entgegenwirken.

Designanforderungen orientieren sich an den Zielen der User

Als ersten Grund der menschlichen Gewohnheiten möchte ich Ihnen die Ziele Ihrer User ans Herz legen. Ziele sind die Endergebnisse einer Tätigkeit. Diese können sehr unterschiedlich aussehen. Ein Verkäufer wird beispielsweise an dem Ziel gemessen, Umsatz zu machen. Endverbraucher können das Ziel haben, sich unterhalten zu lassen.

Wer die Ziele seiner User kennt, kann entscheiden, welche Designanforderungen zum gewünschten Endergebnis beitragen. Dabei wird auch offensichtlich, welche Designanforderungen nicht zur Zielerreichung beitragen und damit in der Entwicklung einzusparen sind.

Aufgaben konkretisieren Designanforderungen

Mit den Zielen der User vor Augen, ist zu klären, welche Aufgaben die User erledigen um diese zu erreichen. Setzen wir das obige Beispiel fort, so können die Akquise, das Schreiben von Angeboten sowie die Abrechnung zu den Aufgaben eines Verkäufers gehören.

Oftmals lassen sich die Aufgaben zur Erreichung eines Zieles auch in eine sinnvolle Reihenfolge bringen. Neudeutsch wird das auch als Workflow bezeichnet.

An dieser Stelle könnte der Eindruck entstehen, dass die Ziele und Aufgaben der User am Schreibtisch zu konzipieren sind. Dem ist nicht so! Unternehmen, die sich diese Informationen von den Usern abholen, haben einen Informationsvorteil, der sich sehr deutlich auf die Produktqualität auswirkt. Sie vermeiden die Dokumentation unnützer Aufgaben und sie vergessen nicht, was ihnen selbst nicht einfällt.

Die Nutzungssituation prägt das Produktdesign

Auch die Situation beeinflusst stark, welches Produktdesign von den Usern akzeptiert wird. Stellen Sie sich vor, Sie wären Hersteller von Kassensystemen. Das Design Ihrer Kasse richtet sich stark danach, ob der Verkäufer wie in einem Supermarkt an einem festen Platz die Waren abrechnet oder wie in einem Biergarten die Kasse zur mobilen Abrechnung mit sich herumträgt.

Darüber hinaus gibt es viele situative Faktoren, welche die Akzeptanz der User beeinflussen. Ohne Anspruch auf vollständige Trennschärfe können diese prinzipiell in zwei Bereiche unterteilt werden.

Auf der einen Seite haben wir die physikalischen Bedingungen in denen sich die User bewegen. Sie beginnen bei den Sichtverhältnissen und hören bei den Körperhaltungen auf. Auf der anderen Seite haben wir Normen und Trends, die für die Produktentwicklung zu berücksichtigen sind.

Der User entscheidet über die Designqualität

Neben den Aufgaben, den angestrebten Endergebnissen und der Nutzungssituation sind die Eigenschaften der User für erfolgreiche Designanforderungen zu berücksichtigen.

Hierfür hat sich die Methode der Persona bewährt. Mit ihr werden die Eigenschaften der Zielgruppe nach der Erhebung systematisch dokumentiert. Diese reichen von den physiologischen Fähigkeiten über das Vorwissen der User bis hin zu ihren Motiven und Wertvorstellungen.

Nur Produkte, die zu den Eigenschaften Ihrer User passen, werden auch von ihnen akzeptiert.

Produkte, die Probleme lösen, sind von Nutzen

Mit der Zielerreichung, der Aufgabenerledigung, der Nutzungssituationen oder den Eigenschaften der User gehen Probleme einher. Die Probleme, die für die User eine Last sind, bergen das Potential ihnen mit ihrem Produktdesign einen lohnenswerten Nutzen zu bieten.

Beispiele der Vergangenheit waren

  • die stark eingeschränkte Mobilität, die Ford mit dem ersten Auto für den Massenmarkt löste oder auch
  • spaßfreie Mobiltelefone, die seit dem ersten iPhone durch eine neue Generation von Smartphones abgelöst werden.

Halten Sie einfach nach den Problemen Ihrer User Ausschau und lösen Sie diese unter Berücksichtigung der User, ihrer Ziele, Aufgaben und Situation. Das macht Ihr Produkt erfolgreich.
Zusammenfassend werden die oben genannten fünf Merkmale als Nutzungskontext bezeichnet.

Erfolgreiche Designanforderungen passen zum Nutzungskontext Tweet: Erfolgreiche Designanforderungen passen zum Nutzungskontext via @apliki

Für Ihren Nutzungskontext können Sie nun Designanforderungen kreieren und gleichzeitig bewerten, wie attraktiv diese bezogen auf die Anwenderziele, Aufgaben, Situationen und Probleme für Ihre User sind.

Das verschafft Ihnen bereits bei einer expertenbasierten Betrachtung des Nutzungskontextes Vorteile, weil Sie gezielt über einzelne Komponenten der Anwendungssituation reflektieren können.

Erheben Sie zudem die zeitstabilen Merkmale des Nutzungskontextes unter Einbindung Ihrer Anwender, verfügen Sie über einen Informationsvorteil der Ihr Produkt spürbar positiv von denen Ihres Wettbewerbs abhebt. Erfolgreiche Produkte arbeiten wie ein Zahnrad reibungsfrei mit dem Nutzungskontext zusammen.

Wie gehen Sie vor, um Designanforderungen zu definieren? Wo sehen Sie Gemeinsamkeiten und wo Unterschiede zu unserem Ansatz? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

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