Mit Collaborative Sketching gemeinsam Ideen skizzieren

Mit Collaborative Sketching gemeinsam Ideen skizzierenCollaborative Sketching ist eine Kreativitätsmethode, mit der Sie im Team schnell zahlreiche Ideen sammeln. Doch wie funktioniert das?

Im User Experience Design kommt es immer wieder auf gute Ideen an. Doch wie kommt man immer wieder zu überzeugenden Ideen für die unterschiedlichsten Problemstellungen? Mittlerweile werden in der Praxis viele verschiedene Kreativitäts- und (Brain) Stormingtechniken angewandt. Eine davon ist das relativ unbekannte Collaborative Sketching.

Gerade in den agil arbeitenden und häufig sehr interdisziplinären Teams kann das Collaborative Sketching innovative Ideen zutage fördern. Die Parallelen zum Brainstorming oder der sogenannten 635-Technik sind unverkennbar. Doch nutzt das Collaborative Sketching die bei uns Menschen häufig am stärksten ausgeprägte Wahrnehmungsebene und setzt auf Visualisierung.

Der klassische Ablauf wird im Folgenden beschrieben. Dabei gilt es zu beachten, dass jede Methode auf ihre konkrete Problemstellung angepasst werden sollte.

Wer macht beim Collaborative Sketching mit?

Gemeinsam kommen meistens mehr Ideen zusammen. Gegenseitige Inspiration fördert Ansätze, auf die ein Einzelner nicht gekommen wäre. Ohne, dass verschiedene Kollegen miteinbezogen werden, funktioniert die Ideengenerierung nicht. Aus Erfahrung sind mehr als zehn Teilnehmer nicht ratsam, da mehr Zeit benötigt wird, als Ideen hinzugewonnen werden.

Achten Sie darauf, Kollegen aus verschiedenen Disziplinen zusammen zu trommeln. Außerdem ist es hilfreich, wenn die Kollegen zwar am Projektprozess beteiligt sind, aber nicht zum Kernteam gehören. Jemand aus dem Kernteam kann die Moderation übernehmen.

Welches Problem wird beim Collaborative Sketching fokussiert?

Damit alle auf dem gleichen Stand des Projektes sind, ist die Problemstellung deutlich zu kommunizieren. Je nach Problemstellung macht es Sinn möglichst genau oder eher wage über den aktuellen Stand des Projektes aufzuklären. Das Ziel sollte aber allen klar werden. Das hilft ein weites Abschweifen zu verhindern.

Welche Rahmenbedingungen gibt es?

Bevor es mit dem Collaborative Sketching los geht, stecken Sie auch den Rahmen der Möglichkeiten ab. Innerhalb welcher technischen Möglichkeiten muss die Lösung umsetzbar sein? Liegt der Fokus auf dem Web- oder dem Mobil-Bereich? Kennen alle Beteiligten die Zielgruppe und die Vision hinter dem Projekt?

Liegen alle Materialien bereit?

Für das Collaborative Sketching sind Stifte und Papier notwendig. Alternativ können Sie Whiteboards oder Flipcharts benutzen. Mittlerweile gibt es sogar die Möglichkeit online gemeinsam an Skizzen zu arbeiten.

Bewährt hat sich eine Auswahl aus mindestens zwei Farben sowie Marker, um Dinge hervorzuheben. Die Stifte sollten dabei nicht zu fein ausfallen, um die Teilnehmer nicht zum Zeichnen von Details zu verleiten.

Wie läuft das Collaborative Sketching ab?

Wie das Collaborative Sketching im Detail umgesetzt wird, müssen Sie je nach Fragestellung abwandeln und anpassen. Schließlich zählt das Ergebnis und nicht die Methode an sich!

Beim Collaborative Sketching kommt es zunächst auf eine Quantität an Ideen an. Eine finale Lösung mit ausgeklügelten Details wird von niemanden erwartet. Die Zeichnungen müssen auch nicht schön sein. Wirklich nur die Ideen stehen im Fokus. Es gibt keine richtigen oder falschen Ansätze. Eine Bewertung findet erst nach der Ideensammlung statt, um der Kreativität ihren Raum zu geben.

Auf in die erste Skizzen-Runde!

Jetzt geht es richtig los! Jeder der Beteiligten bekommt ein A4-Blatt und Stifte und soll nun möglichst viele Lösungsansätze skizzieren. Sie können Ihre Teilnehmer vorher auch anweisen ihr Blatt doppelt zu falten. So bekommen diese vier Felder, die Platz für je eine Idee bieten.

Auch der Einsatz von A1- oder A2-Blättern ist beliebt. Auf diese sollen die Teilnehmer gleichzeitig ihre Ideen zeichnen. Die gegenseitige Inspiration ist somit noch größer. Dass die Teilnehmer während der Skizzen-Runde auch die Zeichnungen der anderen beobachten können, ist aber allgemein wichtig. So entstehen schnell weitere Ideen.

Für diese erste Skizzen-Runde haben die Teilnehmer 10 Minuten Zeit. Anschließend werden die Stifte beiseite gelegt und jeder stellt seine Ideen kurz vor. Hier reichen meist 60 Sekunden pro Person aus.

Collaborative Sketching – Teil 2

Auf in die zweite Skizzen-Runde! Alle Teilnehmer bekommen neues Papier und legen erneut los. Von den vielen Ideen inspiriert verschmelzen in dieser Runde oft verschiedener Ansätze mit großem Potential. In der ersten Runde ist noch eine große Vielfalt von Ansätzen zu erwarten. In der zweiten Runde hingegen zeichnet sich ein Konsens darüber ab, welche Ideen als interessant gelten.

Die zweite Collaborative Sketching-Runde endet ebenfalls nach 10 Minuten. Die neuen Ideen werden vorgestellt. Diesmal folgt eine ausführlichere Diskussion. Die Teilnehmer können äußern, welche Ideen sie besonders gut fanden. Auch Fragen zu Ansätzen, die sie eventuell noch nicht ganz nachvollziehen können, sind jetzt erlaubt.

Und am Ende der Geschichte?

Um die Ansätze besser einzuordnen, kann an dieser Stelle auch jeder dazu aufgefordert werden die Ideen für sich zu priorisieren. Die Teilnehmer verteilen beispielsweise 10 Punkte auf die Ideen. Am Ende stehen mehrere gute Lösungsansätze, die in eine Rangreihenfolge gebracht wurden und über die ein weitestgehender Team-Konsens besteht.

Collaborative Sketching ist nicht die Methode für Jedermann. Manch einem mag es nicht leicht fallen seine Ideen in Skizzen zu verbildlichen. Zudem ist die Methode nur dann ratsam, wenn sie zur Fragestellung passt. Lösungen für sehr technische Problemstellung lassen sich nur schwer in Skizzen darstellen. Der zeitliche Aufwand zur Ideengenerierung hält sich aber im Rahmen. Innerhalb von 60 bis 90 Minuten lassen sich viele gute Ideen finden.

Simsalabim: Positive Nebeneffekte des Collaborative Sketchings

Die Vorteile überwiegen. Neben den verschiedenen Lösungsansätzen bietet Collaborative Sketching weitere lohnenswerte Nebeneffekte. Durch das gemeinsame Arbeiten in einem Team, ermöglicht es die Denkweise von Kollegen kennen zu lernen, die einem noch nicht so bekannt sind.

Auch als Maßnahme zum Teambuilding kann die Methode ihre Vorzüge haben. Zudem fühlen sich alle Teilnehmer mit den entstandenen Ideen näher verbunden. Sie sehen sich wahrscheinlich als ein Teil der Lösung und sind im weiteren Prozess motivierter sich einzubringen.

Ein wichtiger Punkt ist auch, dass Collaborative Sketching Designern dabei helfen kann ein besseres Gefühl für ihre Ideen zu entwickeln. Durch den Prozess im Team bekommen sie ein direktes Feedback.

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