UX-Entscheidungen – so werden sie eine sichere Sache

User Experience Entscheidungen – so werden sie eine sichere SacheÜber Maßnahmen und Gegenmaßnahmen für bessere Entscheidungen beim User Experience Design.

Entscheidungen in der Produktentwicklung sind gleichzeitig auch immer Erfolgsprognosen. User Experience Entscheidungen werden während der Entwicklung mit der Absicht getroffen, ein erfolgreiches Produkt zu entwickeln.

Ebenso wie Zukunftsvorhersagen ist die Entwicklung neuer Produkte oder Produktteile ein Stück weit mit einem Glücksspiel vergleichbar. Im Gegensatz zum Glücksspiel setzen die IT-Hersteller jedoch nicht auf Lottozahlen, sondern auf Informationen und Ideen für ihr neues (Teil-) Produkt.

Durch schnelles Lernen versuchen die Verantwortlichen das Glücksspiel bei der Produktentwicklung und den dazugehörigen User Experience Entscheidungen zu reduzieren. Doch welche Informationen und Ideen Ihren Produkterfolg fördern und welche dem sogar entgegenstehen, ist nur mit den richtigen Methoden festzustellen.

Bessere UX-Entscheidungen durch schnelles Lernen

Für schnelles Lernen setzen moderne IT-Hersteller auf agile Entwicklung und User Experience Design Methoden. Dieses Lernen unterliegt dem iterativen Wechselspiel zweier Phasen: Der Beschaffung von Inhalten und deren Bewertung.

Im ersten Schritt beschaffen sich die Produktowner oder UX Designer Informationen zum Nutzungskontext ihres neuen (Teil-) Produktes und bewerten diese anschließend. Die wichtigsten Informationen bilden die Grundlage zur Entwicklung von Designideen, die wiederum bewertet werden. Getreu dem Aschenputtel-Prinzip „die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen“, tasten sich die Verantwortlichen voran.

Gruppen entscheiden besser

Die Unsicherheit, die mit der Bewertung von Informationen und Ideen einhergeht, spiegelt sich in den Meetings wieder, in denen der Austausch von Informationen und Ideen sowie ihre Bewertung erfolgen. Die Beteiligten folgen dabei bewusst oder unbewusst der Erkenntnis, dass Gruppen in der Regel bessere Entscheidungen treffen als der Einzelne.

Wie die Forschung rund um die Schwarmintelligenz zeigt, funktioniert dieser Ansatz nur unter den folgenden Bedingungen:

  1. Den Beteiligten liegt die Entscheidungsfrage am Herzen.
  2. Die Abstimmung erfolgt anonym.
  3. Die Beteiligten sind voneinander unabhängig.
  4. Die Auswertung basiert auf der Aggregation unabhängiger, anonymer Antworten.

Was die Entscheidungsqualität unbemerkt mindert

Mit Gruppendiskussionen werden diese Regeln verletzt. Sie beeinträchtigen die Qualität der getroffenen UX-Entscheidungen. Grund hierfür sind die sogenannten Cognitive Biases, auf die wir bereits wiederholt hingewiesen haben.

Der Ausweg liegt auf der Hand. Jeder Teilnehmer des Entscheidungsmeetings gibt seine persönliche Bewertung anonym ab. Allerdings bewerten manche von ihnen die Inhalte leider strategisch.

Sie überlegen sich, was ihre Kollegen als wichtig erachten und wie viel Gewicht sie diesen Themen beimessen werden. Dann überlegen sie sich, was ihnen selbst wichtig erscheint. Ihre Stimme versuchen sie dann so zu verteilen, dass die persönlichen Lieblingsthemen auch unter den wichtigsten in der Gesamtwertung liegen. Gehen sie dabei davon aus, dass die Kollegen eines ihrer Lieblingsthemen bereits genügend unterstützen, bleibt den Strategen mehr Spielraum für ihre restlichen Lieblingsthemen.

Unabhängig davon, ob diese Strategie aufgeht oder nicht. Die Gruppenentscheidung ist dadurch auf jeden Fall verzerrt. Darunter leidet der Produkterfolg. Im besten Fall fällt das nicht auf, weil niemand weiß, um wie viel höher die Einnahmen hätten sein können. Studien sprechen in diesem Zusammenhang von 32% bis 60% mehr Umsatz bei richtig entschiedenen User Experience Fragen. Den schlechtesten Fall können Sie sich selbst ausmalen.

So steigern Sie die Qualität der Gruppenentscheidungen

Dem strategischen Bewerten der Beteiligten können Sie durch die Veränderung der Spielregeln entgegenwirken. Instruieren Sie diese einfach, nicht ihre persönliche Meinung abzugeben, sondern das Bewertungsergebnis der gesamten Gruppe vorauszusagen.

Ein angenehmer Nebeneffekt dieses Vorgehens ist, dass die Bewerter Empathie für diejenigen üben, die von der UX-Entscheidung betroffen sein werden. Sich also bewusst in den Nutzer hineinversetzen. Nur so können Sie das Gruppenergebnis erahnen.

Wissen und Empathie sind die Basis für bessere UX-Entscheidungen

An dieser Stelle hören wir manchmal das Argument, dass sich die Vorhersage des Gruppenergebnisses auch in die Irre führen kann. Hierzu sind zwei Punkte zu sagen:

  1. Menschen schließen bevorzugt von sich auf andere. Selbst wenn sie instruiert werden, dass Ergebnis der Gruppe vorherzusagen, können sie sich selbst dabei nicht ausblenden. Ihre Überlegungen beruhen nun einmal auf ihrer persönlichen Erfahrung. Die individuelle Meinung wird also weiterhin Bestandteil der Antwort sein. Ihr Anteil wird nur reduziert.
  2. Gruppen treffen die besseren Entscheidungen, weil sie mehr wissen als jedes seiner Mitglieder für sich. Allein die Wissensqualität prägt die Güte von Entscheidungen. Doch welche Einzelperson über das vollständige Wissen verfügt und welche nicht, ist in unserer komplexen Welt nur schwer zu beobachten. Laut aktueller Forschung zur Prognosefähigkeit von Menschen scheint klar zu sein: Je perfekter die Geschichte einer Person klingt, desto eher liegt sie mit ihrer Prognoseentscheidung daneben.

Probieren Sie diese Methode einfach mal aus. Sie können nur gewinnen.

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